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Programm

Sa. 16.10.21, 20 Uhr: So long my Son

Regie: Wang Xiaoshuai (China 2019) mit  Wang Jing-chun, Yong Mei,  Qi Xi (185 Min)

Einst waren sie eine glückliche Familie, bis ihr Sohn beim Spielen am Rückhaltebecken eines Staudamms ertrank. Yaojun und Liyun verlassen die Heimat, tauchen in die grosse Stadt ein, wo sie niemand kennt und sie nicht einmal den Dialekt der Einwohner verstehen. Auch Adoptivsohn Liu Xing bringt nicht den erhofften Trost. Trotzig verweigert er sich den fremden Eltern und verschwindet eines Tages ganz. Immer wieder werden die Eheleute von ihren Erinnerungen eingeholt und kehren schliesslich an den Ort der verlorenen Hoffnungen zurück. Das Familienepos umschliesst drei Jahrzehnte chinesischer Geschichte. Privates und Politisches verschmelzen, das Individuum gerät ins Getriebe einer Gesellschaft im permanenten Wandel. So führt der Film vom Aufbruch nach der Kulturrevolution in den 1980er-Jahren bis in den prosperierenden Turbokapitalismus der Gegenwart und ist dabei Zeitkritik und Melodram zugleich. In grossen Tableaus macht er die tiefen Narben unter der Oberfläche einer scheinbar bruchlosen Erfolgsstory sichtbar.


November: Es wird eine Koop-Veranstaltung mit ODEON geben, im Rahmen der Reihe „Göppingen schreibt“. Näheres folgt zu einem späteren Zeitpunkt, wir arbeiten noch dran.


Sa. 06.11.21, 20 Uhr: Halbe Hütte (Filmvorführung in der VHS)

Regie: Andreas Geiger (D 2019) Dokumentation (96 Min)

Man stelle sich folgende Situation vor: ein Grundstück mit Hütte wird vererbt, aber die nur zur Hälfte. So weit, so gut. Die andere Hälfte gehört angeblich bereits jemand anderem. Jemand, der mit der Verwandtschaft des Verstorbenen nichts am Hut hat.

Beide Seiten bestehen auf ihrem Recht. Was nun?

„Halbe Hütte“ erzählt die persönliche Geschichte des Regisseurs Andreas Geiger, der von seinem Großvater eine Wiese mit einer Hütte erbt und feststellen muss, dass die Hälfte der Hütte gar nicht auf seinem Grundstück steht. Da hat sich wohl der Großvater vor 80 Jahren beim Hüttenbau um 4 Meter vertan. Das wäre noch alles kein Problem, hätte das Nachbargrundstück, der Gemeindewald, nicht ein Unternehmer gekauft, um daraus sein privates Jagdgebiet zu machen und der darauf beharrt, dass die andere Hälfte der Hütte nun ihm gehöre. Es kommt, wie es kommen muss, nämlich zu einem Rechtstreit.

„Die ironisch gefärbte moderne Blasmusik zur Eröffnung des Schlachtfelds bestimmt den Fortgang. Dass der Schwabe nicht nur ein ordnungsliebender, sondern auch ein listiger Zeitgenosse sein kann, sieht man an der verblüffenden Schlusswendung von „Halbe Hütte“. Was Werner Meyer von der Kunsthalle Göppingen und der Künstler Thomas Putze damit zu tun haben, sehe man selbst und staune nicht schlecht.“ faz


Sa. 04.12.2021, 20 Uhr: Über die Unendlichkeit (Filmvorführung in der VHS)

Regie: Roy Andersson (Schweden/D/Norwegen 2019) mit Martin Serner, Jessica Lothander, Tatjana Delaunay, Anders Hellström, Jan Eje Ferling, Bent Bergius, Thore Flygel (78 Min)

Mit seinem neuen Film ÜBER DIE UNENDLICHKEIT fügt der vielfach ausgezeichnete Regisseur Roy Andersson seinem Werk ein neues Meisterwerk hinzu, ein filmisches Nachdenken über das menschliche Leben in all seiner Schönheit und Grausamkeit, seiner Pracht und seiner Einfachheit. In ÜBER DIE UNENDLICHKEIT nimmt uns ein unverzagter Erzähler an die Hand und lässt uns traumgleich umherschweifen. Scheinbar nichtige Augenblicke verdichten sich zu intensiven Zeit-Bildern und stehen auf Augenhöhe mit historischen Ereignissen: Ein Liebespaar schwebt über das vom Krieg zerfressene Köln; auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag muss ein Vater mitten in einem Wolkenbruch seiner Tochter die Schuhe binden; junge Mädchen beginnen einen Tanz vor einem Café und eine geschlagene Armee marschiert mutlos zu einem Gefangenenlager. ÜBER DIE UNENDLICHKEIT ist sowohl Ode als auch Klage, ein Kaleidoskop all dessen, was ewig menschlich ist, eine unendliche Geschichte über die Verletzlichkeit unserer Existenz.

„Großes steht hier neben kleinem, historische Momente neben häuslichen Szenen, am Ende ist alles gleich: Gleich bedeutsam, gleich irrelevant, denn am Ende wird alles, jeder Mensch, jedes Wesen, unweigerlich sterben und in die Unendlichkeit eingehen. Diese Erkenntnis zu akzeptieren und dennoch weiterzuleben, die Schönheit kleiner Momente, im Strom der Banalität zu erkennen, vielleicht ist das der Kern der Anderssonschen Welt. Doch unabhängig davon, was der Einzelne in den Filmen Anderssons finden mag, allein durch ihre unverwechselbare Handschrift, die erstaunliche Präzision jeder einzelnen Vignette, sind die Filme des Schwedens unverwechselbare Perlen im ansonsten allzu oft von Konventionen geprägten Kinobetrieb.“

(Michael Meyns Programmkino.de)

Fr. 17.12.21, 20 Uhr: Cafe Society

Regie: Woody Allen (USA 2016) mit Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Steve Carell (96 Min)

Ende der 1930er: Bobby wuchs zwar in der schroffen Bronx auf, fühlt sich aber zur Glitzerwelt Hollywoods hingezogen, zu der er familiäre Verbindungen hat. Sein Onkel Phil ist ein hochrangiger Filmagent in der Traumfabrik und geht mit Fred Astaire und Gary Cooper essen. So hat Bobby auch gleich einen guten Kontakt, als er seinen Plan in die Tat umsetzt, es im Filmgeschäft zu versuchen. Sein Onkel hat keine Zeit für ihn, doch mit dessen hübscher Sekretärin Vonnie verbringt Bobby sowieso viel lieber seine Zeit. Er verliebt sich Hals über Kopf, nur ist Vonnie zu seinem Bedauern in einen anderen verliebt – in Phil. Schon bald muss Bobby feststellen, dass das Showbusiness in jeder Hinsicht der pure Wahnsinn ist. Und dann holt ihn auch noch sein New Yorker Leben wieder ein, weil sein Bruder Ben bei Mafia-Geschäften nicht mal vor Morden zurückschreckt…